Seit dem 13. Dezember 2016 hält sich am Diemelsee im Bereich Kotthausen ein Gelbschnabeltaucher auf. ***Die komplette Chronologie weiter unten.***

Die Art brütet in der küstennahen Tundra Russlands und Nordamerikas und überwintert an nördlichen Küsten. Der Gelbschnabeltaucher kann ausnahmsweise auch in Mitteleuropa beobachtet werden, vor allem im Winter an den Küsten von Nord- und Ostsee. (https://de.wikipedia.org/wiki/Gelbschnabeltaucher)

Laut www.ornitho.de wurden Gelbschnabeltaucher in unserer Region bisher noch nie gesichtet. Dieser Gelbschnabeltaucher ist daher eine ganz besondere Attraktion.

Als ich am 17. Dezember mittags am Diemelsee war, hatten sich bereits elf weitere Beobachter eingefunden. Den Autokennzeichen nach zu urteilen kamen diese Beobachter sogar von weit her.


Am 22. Dezember 2016 erschien “m”ein kleiner Artikel über den Gelbschnabeltaucher in der WLZ.

Ein weiterer Artikel erschien dort am 23. Dezember 2016. <<<Artikel – pdf – hier>>>

***Chronologie***

Am 13. Dezember 2016 wurde der Gelbschnabeltaucher erstmalig auf dem Diemelsee im Bereich Kotthausen von B.K. aus Wickede/ Westf. gesichtet und auf www.ornitho.de gemeldet.

Detail : 1x 1. KJ / diesjährig, offensichtlich am Hals verletztes juv. Ex., welches nicht oder nicht gut tauchen kann

Die Halsverletzung kann man auf den obigen Bildern erkennen, wenn der Gelbschnabeltaucher nach rechts schaut.

Weitere Kommentare auf ornitho.de

Der mobile Vogel patroulliert auf dem See hin und her und taucht ausgiebig. Vor jedem Tauchgang öffnet er leicht, aber im Spektiv gut erkennbar, den Schnabel und atmet noch mal tief durch – so wirkt zumindest die ganz leicht pumpende Bewegung des Körpers vor dem Abtauchen. Einmal ist schön zu sehen, wie kleine Fische hinter ihm „davonhüpfen“. Gelegentlich kratzt er mit dem Fuß an der „Macke“ seiner rechten Halsseite. Glückwunsch und herzlichen Dank an den Entdecker und Melder, der diese schöne Beobachtung ermöglichte :-). (A.D., Köln)

1) Schwimmt/taucht von Kotthausen kommend bis hierher und wieder zurück in den Itterzulauf. 2) “flieht” mehrfach tauchend talaufwärts vor den sich sammelnden Horden von Ornis, die sich mit schwerem Gerät frei sichtbar und ohne Tarnung oder Deckung bis an die Wasserkante bewegen. Durch den geringen Wasserstand des Sees ist daher auch die Wasserrinne bei Kotthausen reduziert. Manch FotografIn hätte wohl gern den ob des Andrangs verwunderten Anglern die hohen Wasserstiefel abgeschwatzt, um noch näher ran zu kommen (smiliiiie) Schließlich von beiden Uferseiten bedrängt flüchtet er Richtung Sperre bis DLRG (keine Rettungsaktion von hier aus, da Winterpause) 11.20 Uhr, dreht dann aber und zeigt sich den verbliebenen Ornis zum Fotoshooting immer wieder zwischen den Tauchgängen. (E.H., Edertal)

Vogel immer noch im gleichen Abschnitt der Talsperre. Ein Kormoran landete in unmittelbarer Nähe. Ein schöner Größenvergleich.
Der Vogel taucht wieder. (R.G., Brilon)

Der Vogel hält sich an der gleichen Stelle, wie am Vortag auf. Im Gegensatz zum Vortag konnten wenige Tauchgänge beobachtet werden. (R.G., Brilon)

Ex. putzt sich ausgiebig, schlägt mehrfach die Flügel auf, mehrmals den Kopf unter Wasser steckend, jedoch ohne Tauchgang (S.K., Marsberg)

1) Aktiver als am Vortag, immer wieder Versuche die Verletzung am Hals mit dem Schnabel zu “pflegen. 2) Das am Vortag von B. K. entdeckte juv. Ex ist immer noch anwesend; die Halsverletzung hindert den Vogel offensichtlich am Tauchen. 3) lange Tauchphasen, fliegt Richtung NSG und kommt tauchend und schwimmend an Hauptbeobachtungsstelle zurück. (F.-J.S., Brilon)

1) Agil; viele, lange Tauchgänge mit bis zu durchaus 100m Tauchstrecke, Jagderfolge. 2) 10:25 – 11:45 Uhr: Zeitweise sehr gut zu beobachten, Gefiederpflege, Tauchphasen. Wechselt in einzelnen Tauchgängen weiträumig die See-Bereiche.(M.H., Warburg)

Gefiederpflege, dazwischen aufmerksames Beobachten des Mäusebussards, der in circa 200 Meter über dem See kreist. (L.M., Kassel)

Der Vogel schien zwar relativ gelassen, sicherte aber unablässig nach allen Seiten. Immer mal wieder Augenschließen. Gut zu sehen: vor Tauchgängen nach mehrmaligem Waserlugen leichtes Öffnen des Schnabels und an der Kehle meist “Hecheln” zu bemerken (Luftholen?). Gut zu sehen dank fleißigen Bein-Streckens auch die hellgrauen Beine und fast rosa durchschimmernde Schwimmhäute. Ebenso beim Flügelschlagen und Aufrichten der reinweiße Bauch.
Wiederholtes Kratzen an der rechten Halsseite, wo die Verletzung ist. (M.D., Göttingen)

Ausgiebige Gefiederpflege,besonders an der verletzen Halsseite (F.B., Hannover)

Der GST ist scheinbar gut in Form: komfortable Tauchgänge von ~100m waren keine Seltenheit und ab 16:00Uhr zeigte er seetauchertypisches intensives Putzverhalten mit ‘wassertretendem’ Flügelschlagen, kurzem Untertauchen sowie atemberaubenden Halsverrenkungen – offenbar behindert ihn die Verletzung überhaupt nicht mehr. Eine intensive Beobachtung – danke nochmal an die Erstbeobachter für die Meldung auf ornitho… (M.G., Wabern)

Beobachtung von 10:30 bis 14:15., Wetter bedeckt, dunstig, meist Nieselregen, Wind W 2 in Böen 4, 8 Grad. Liebt den Seemittelpunkt in Höhe des Strandbades, von dem aus man gut beobachten kann. Bewegung von West nach Ost, durch Winddrift aus West. Dann wieder nach West fliegend um nach Ost zu driften. Zwischendurch ausgiebige Tauchphasen, dann wieder Ruhephasen. Oft den Kopf unter Wasser – zum spähen? Halsverletzung zeigt keine Verhaltensbeeinträchtigung – könnte von einer Schnur herrühren. (N.W., Wesseling )

Nahrungssuche und Gefiederpflege im steten Wechsel, innerhalb von einer Stunde 2 x Ortswechsel per Flug über Strecken von ca. 300-400m. (G.-M. H., Osten (NI, CUX))

28.12.2016
Einmal kurz rufend. Zeigte keine Reaktion auf Vergrämungsschüsse gegen Kormorane. (M.R., Sarstedt)

29.12.2016
Um 9.20 h bis 9.25 h beobachtet, dann aus den Augen verloren.Tauchend und Putzend in typischer Seetauchermanier. (E.G., Strucksdorf)

Von 9:20 bis 13:00 Uhr keine Beobachtung des Gelbschnabeltauchers
1 toter Kormoran liegt am Südufer des Westarms (J.W., Hann. Münden)

NICHTBEOBACHTUNG! Nach mehrstündiger Absuche (09:15 bis 13:00) des ganzen Sees und Kontrolle eines verdächtigen Kadavers (Kormoran) konnte der Gelbschnabeltaucher nicht gesichtet werden. (G.M., Hann. Münden)

14:45 – 17:05 auf gesamtem Diemelstausee nicht gesichtet. (J.H., Neu-Anspach )

Am 30.12.2016 wollte ich auch nochmal bei herrlichstem Sonnenschein nach dem Gelbschnabeltaucher Ausschau halten. Mein Kommentar: Keine Sichtung des Gelbschnabeltauchers


Am 31.12.2016 bekam ich eine eMail von R.G. aus Mühlheim.

Auszug aus der Mail:
…….In dem Beobachtungs-Stand dort (Nähe Marburg) habe ich Prof. Dr. Martin Kraft von der Uni Marburg getroffen und kennengelernt.
Er ist dort Fachmann u. a. für Vogelzug und tritt öfters mit Berichten im HR 3 auf.
Der wollte auch am Freitag zum Diemelsee fahren. Ihm ist aber am Donnerstag Abend mitgeteilt worden, daß Jäger am Tage Kormorane geschossen hätten und den Gelbschnabeltaucher damit verjagt hätten. Hoffentlich nicht mit abgeschossen.

Meine Nachfrage bei Herrn W.L., Edertal, der bezüglich meiner Nachfrage bei der Unteren Jagdbehörde angerufen hat, ergab folgendes:

Auszug aus der Mail:
…..er ist in der Unteren Jagdbehörde tätig und bearbeitet auch die Anträge auf Kormoran-Abschüsse. In Waldeck-Frankenberg liegen nur Genehmigungen für Fließgewässer vor, nicht für die Stauseen.

Wenn also der Kormoran am Diemelsee geschossen wurde, handelt es sich um einen illegalen Abschuss.

Es ist wirklich sehr bedauerlich, dass der Gelbschnabeltaucher – hoffentlich nur – vertrieben wurde.

Da die Beobachtung so einmalig war, reisten Vogelliebhaber aus dem gesamten Bundesgebiet an. Melder auf www.ornitho.de kommen u.a. aus: Brilon, Köln, Bochum, Bonn, Heuchelheim, Frankfurt, Hamburg, Bremen, Sontra, Bremerhaven, Dorsten, Voerde/ Niederrhein, Hannover, Bamberg….